8. Februar 2010

Umgezogen

So. Nun ist es soweit. Pünktlich um 0 Uhr ist die neue Seite fertig geworden und der theologisch-Blog zieht um. Ab heute nun also geht es auf www.teeologisch.de weiter. Viele neue Einstellmöglichkeiten gibt es da und eine neue leserfreundliche Oberfläche.

Natürlich weise ich an dieser Stelle auch gern auf die neue Seite von Nelly hin, an der sie fleißig bastelt. Aber macht euch selbst ein Bild davon und wenn sie euch gefällt, bestellt ihr einen Gruß von mir in ihrem Gästebuch.

Ich hoffe viele von euch auch am neuen Orte wiederzusehen.

+ t(h)e(e)ologisch ;-)

8. Februar 2010

Am Ende steht der HERR…

- Gedanken zur Tageslosung (Jesaja 43,13 & Offenbarung 4,8)

Ich bin, ehe denn ein Tag war, und niemand ist da, der aus meiner Hand erretten kann. Ich wirke; wer will´s wenden?

Jesaja 43,13

Welch Demonstration von Macht. Ich war schon immer da und niemand kann meiner Hand entfliehen. Ich handle und keiner hält mich auf. Wir lesen immer mal wieder von Menschen, die der Wille zur Macht derartig gepackt hat, dass sie solche oder ähnliche Dinge über sich selbst sagen. Doch all diese Menschen haben eine zeitliche Begrenztheit. Auch ein Hitler, dem es gelang die Ermordung von Millionen von Menschen zu befehligen, endete mit dem Tod und damit bei Gott. Und hier erfüllt sich Jesajas Wort: Niemand kann meiner Hand entfliehen. Der Tod ist und bleibt neben der Geburt die sicherste Sache im Lebenslauf eines jeden Menschen. Früher oder später schlägt er zu. Und ob ich königlich reich oder bettelarm war, es spielt in der letzten Stunde keine Rolle. Man nimmt nichts mit. Und so sehr man auch versucht Gott im Leben zu verdrängen und ihn wegredet, er wartet, er sitzt am längeren Hebel und wir können ihm nicht ausweichen. Als sich Gott im Alten Testament Mose offenbarte sprach er:  אֶהְיֶה אֲשֶר אֶהְיֶה (’ähˈjäh ’aʃer ’ähˈjäh), was aufgrund des Fehlens richtiger Zeitformen im Hebräischen sowohl “ich bin, der ich bin” oder “ich werde sein, der ich sein werde.” heißen kann Wie symbolisch das doch für die Zeitlosigkeit Gottes ist. Er war, ist und wird da sein, man kann ihm nicht entrinnen. Ob dies nun Verheißung oder Drohung ist, entscheidet jeder selbst.

Der Lehrtext ist der neutestamentliche Lobpreis dieser Erkenntnis:

Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.

Offenbarung 4,8

In diesem Sinne eine gute Woche wünscht,

+ theologisch

7. Februar 2010

Wo ist Gott? Gegenwärtig!

- Gedanken zur Tageslosung (Psalm 60,4 & )

Gott, der du die Erde erschüttert und zerrissen hast,
heile ihre Risse;
denn sie wankt.

Psalm 60,4

Gleich fallen mir die Bilder von Haiti ein. Das Leid, die vielen toten Menschen. 200.000 Opfer 250.000 Verletzte und 1.500.000 Obdachlose sind die Bilanz dieser unglaublichen Katastrophe. Die Frage danach, wo Gott an diesem Tag war, scheint unbeantwortet. Das Erdbeben machte vor nichts und niemandem Halt. Ob arm oder reich, jung oder alt – zur falschen Zeit am falschen Ort. Und selbst der Erzbischof von Port-au-Prince ist unter den Todesopfern, die Nationalkathedrale liegt in Schutt und Asche.

Die zerstörte Kathedrale von Port-au-Prince

Die Klage des Psalmdichters erscheint uns so aktuell, dass sie genauso gut das Gebet eines Haitianers hätte sein können. Die Ereignisse von Haiti zeigen uns, wie zerbrechlich Leben ist und wie schnell vermeintliche Sicherheiten unter den Füßen binnen Sekunden wegbrechen können. Warum Gott das zulässt und nicht eingreift ist eine alte und schwer zu beantwortende Frage, mit der sich bereits unzählige kluge Männer und Frauen beschäftigt haben. Alfred Buß (Präses der evangelischen Kirche Westfalens meint (der Linie des wohl bedeutendsten Theologen des 20. Jh., Karl Barth, folgend):

„Ehrliche Theologie gesteht ein, dass es auf die Frage nach dem Sinn des Leidens keine Antwort gibt. Wer sie trotzdem versucht, setzt nur Irrlichter auf.“

Hans Küng, der die Theodizeefrage zurückweist als :

“Anmaßung, als neutraler und angeblich unschuldiger Zensor über Gott und die Welt das Urteil sprechen zu wollen.”

Was uns bleibt ist wie Paulus sagt Glaube, Liebe und Hoffnung (1. Kor. 13,13) auf den Einen, dass er die Risse der wankenden Erde heilt. Das scheint angesichts des unendlichen Leids unendlich schwer. Dennoch dürfen wir nicht aufgeben im Mühen darum unseren Beitrag zur Heilung zu leisten. Dass  Gott da war, daran habe ich keinen Zweifel. Warum er nicht eingefriffen hat liegt außerhalb meiner eigenen Urteilskraft. Versteht jedes Kind die Entscheidungen seiner Eltern?

Die Anteilnahme der Weltbevölkerung an den Ereignissen war riesig. In der Monatslosung für Februar heißt es, dass wir unsere Brüder im Leiden mit offenen Händen empfangen sollen. Und so waren viele von Gottes gutem Geist getragen und übten die Nächstenliebe aus, die uns Christus zu halten gelehrt hat. Der Lehrtext für heute sagt:

Die Apostel wurden erfüllt von dem Heiligen Geist
und fingen an zu predigen in andern Sprachen,
wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Apostelgeschichte 2,4

Auch wir können, ja müsssen uns von diesem Geist erfüllen lassen.  Er ist der uns versprochene Tröster, der unsere Entscheidungen beeinflusst und führt. Er ist der Mantel der Gerechtigkeit und das Kleid des Heils um den es gestern ging. Möge Gottes Heiliger Geist unsere Herzen stark machen uns gegen die Macht des Bösen und des Leidens zu stellen. Und so möchte ich mit einem Gebet aus dem 11. Jarhundert enden:

Veni, Sancte Spiritus,
reple tuorum corda fidelium,
et tui amoris in eis ignem accende.

Qui per diversitatem linguarum cunctarum
Gentes in unitate fidei congregasti!
Halleluja! Halleluja!

(Komm, Heiliger Geist,
erfüll die Herzen deiner Gläubigen,
entflamme in ihnen das Feurer deiner Liebe.

Der du in all den verschiedenen Sprachen
Vöker in einen geeinten Glauben versammelt hast!
Halleluja! Halleluja!)

Einen gesegneten Sonntag wünscht,

+ theologisch

6. Februar 2010

Kleider machen Leute

- Gedanken zur Tageslosung (Jesaja 61,10 & Galater 3,27)

Meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.

Jesaja 61,10

Kleider machen Leute heißt eine alte Novelle von Gottfried Keller. Viele von uns können dem freilich beipflichten. Wer sich für einen schönen Anlass in ein feines Stöffchen hüllt, will damit ausdrücken: Dieser Tag ist anders als die anderen, das will ich auch mit meiner Kleidung sagen. Und ungewohnt fein sehen die Herren im Anzug aus im Vergleich zum Alltagsdress. Kleider dienen also über ihren Erstzweck (dem Schutz vor Scham und Kälte) hinaus als Zeichenträger (so zum Beispiel auch die Uniformen von Feuerwehr und Polizei) und als Schmuck.

Jesaja berichtet nun heute von seinen neuen Kleidern. Einen Mantel der Gerechtigkeit und ein Kleid des Heils gab es für ihn. Was er damit sagen will ist wohl: Gott verändert mich. Er gibt mir neue Kleider und Kleider machen Leute und seine Kleider machen mich. Ich bin nun ummantelt in Gerechtigkeit und Heil. Was kümmern mich weltliche Stöffchen, die mich oberflächlich in der Wahrnehmung meiner Mitmenschen verändern. Meine Veränderung bringt Gott. Er macht mich. Und wie sagt es Paulus im Lehrtext:

Paulus schreibt: Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.

Galater 3,27

Den Jesus sollen wir also anziehen. ER ist das Kleid des Heils und der Mantel der Gerechtigkeit. Und damit wird er uns zu dem machen, den Gott uns werden sehen will.

Ein warmes Wochenende wünscht,

+ theologisch

6. Februar 2010

Der Blog zieht um!

Liebe Leser,

ab Montag wird der Blog umziehen und ist auch schon jetzt und ab dann ganz sicher unter www.teeologisch.de zu erreichen. Mit einer selbstständigen Seite kann ich den Blog individueller gestalten und habe den Vorteil einer kurzen und einprägsamen URL. Da theologisch.de schon vergeben war, habe ich mich entschieden “TEE-ologisch” als neuen Namen für meine Seite zu nehmen. Das beschreibt zum einen den theologischen Ansatz, als auch eine gemütliche Atmosphäre in der ein Meinungsaustausch gepflegt begangen werden kann. Also nicht vergessen: teeologisch.de!

+ theologisch

5. Februar 2010

Eins in Christus, von Anfang an

- Gedanken zur Tageslosung (Psalm 22,11 & Galater 3,26)

Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.

Psalm 22,11

Welch Lobpreisung des Psalmsängers! Du Gott, warst da für mich, schon als ich noch ein kleines Baby, ja sogar schon als ich noch ungeboren war. Seit ich lebe, hast du mich begleitet. Du warst da, als ich sprechen lernte und laufen, hast mich vor Unheil und Krankheit bewahrt, hast mir gezeigt wie und wer du bist und mir Lektionen für’s Leben gelehrt.

Ich ließ mich zusammen mit einer lieben Freundin taufen. Für sich wählte sie den Taufspruch aus Psalm 34,5: “Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.” Auch sie wusste von der Wahrheit der heutigen Losung. Sie suchte Gott, und als sie ihn suchte, antwortete er ihr und zerstreute ihre Furcht. Wohin der Weg uns auch tragen mag, Gott ist schon da.

Im Lehrtext für heute lesen wir:

Paulus schreibt: Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.

Galater 3,26

Paulus bezeugt hier noch einmal seine Rechtfertigungslehre. Durch den Glauben an Gott sind wir Gottes Kinder in Christo. Und das über Konfessionsgrenzen hinweg. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Eine über unsere Zwistigkeiten müde wird. Aussagen darüber, wie Gott IST führten zu Trennungen und Entfremdungen von großen Teilen seiner Kinder. Doch erinnern wir uns mit Paulus daran was uns vereint. Dieses ist nämlich der Glaube. Durch ihn sind wir alle Kinder Gottes. Und wie ein Vater liebt er jeden einzelnen von uns bedingungslos und mit gleichem Feuer. Dass es Teile seiner Kinder gibt, die sich über andere erheben wird ihn schmerzen. Wenn Protestanten in den Augen Altgläubiger die Zugehörigkeit zur ekklesia christi abgesprochen bekommen. Gerade in jenen Momenten dürfen wir nicht müde werden uns gegenseitig dieser Paulusworte zu erinnern.

Und hier habe ich noch die youtube Aufnahme des sicher vielen bekannten “Strahlen brechen viele” aus EG 268 gefunden. Der Liedtext passt wunderbar zum heutigen Thema:

Einen guten Freitag wünscht,

+ theologisch

4. Februar 2010

Feldarbeit

- Gedanken zur Tageslosung (Jeremia 21,14 & Galater 6,9)

Ich will euch heimsuchen, spricht der HERR, nach der Frucht eures Tuns.

Jeremia 21,14

Oh oh oh. Was haben wir denn da für einen Text heute. Das klingt ja nach einer ausgemachten Drohung! Häuser in gruseligen Büchern werden von Geistern heimgesucht, die ihre Besitzer quälen und vielleicht sogar umbringen. Der hebräische Ursprung unserer heutigen “Heimsuchung” ist das Verb פָּקַד (pakad), was sowohl besuchen und ein pflegliches Nachsehen als auch eine Überprüfung bedeuten kann. Glück gehabt. Kein mordlustiger Gott, der hinter der nächsten Hecke auf mich lauert. Im Grunde haben wir hier eine sich häufig wiederholende zentrale Aussage aus der Bibel: Wer Gutes tut, dem wird es auch gut ergehen. Und tada, der Lehrtext sagt:

Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.

Galater 6,9

Als ich gestern mit einer alten Freundin, die gerade für Prüfungen büffelt, über dieses Zitat sprach, fiel ihr sofort ein, “soll heißen mehr lernen bzw. überhaupt erstmal lernen und fleißig sein, dann wird schon was aus uns werden…” Diese profane Auslegung birgt eine klare Wahrheit, nämlich, dass der, der sich aufmacht, reich ernten wird. “Junge, nicht für die Schule, sondern für das Leben lernst du!” habe ich meinen Opa mal wieder im Ohr.

Wir ernten, was wir säen und der HERR wird unsere Früchte beschauen und uns an ihnen prüfen. Wir dürfen jedoch auch auf die Gnade vertrauen, die uns in Christo gegeben ist. Sie bildet die Grundlage für unsere christliche Ethik, unsere Feldarbeit im Leben, unser Ernten und Säen.

Einen allseits gesunden Boden wünscht,

+ theologisch

3. Februar 2010

Wo ist dein Gott?

- Gedanken zur Tageslosung (Jeremia 2,28 & 1. Johannes 2,20)

Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast?
Lass sie aufstehen;
lass sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not!

- Jeremia 2,28

“Gott gibt es nicht, sonst hätte ich schon was von ihm gemerkt. Ich glaube nur an das, was ich sehen kann und an mich selbst. Was ihr Wunder nennt – Zufall.” Wie oft hab ich das nun schon gehört. Wenn man mit Leuten ins Gespräch kommt, passiert es in regelmäßigen Abständen, dass ich sowas oder sowas ähnliches gesagt bekomme. Ich kann mittlerweile müde darüber lächeln, denn eigentlich tun mir Leute die diese Art Aussage treffen nur leid, erzählen doch meine eigenen Erfahrungen ihre eigene Geschichte. Und auch kenne ich genug andere Leute, die meine oder ähnliche Erfahrungen teilen. Man muss sich ja schon fast entschuldigen dafür Christ zu sein. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema beschäftigt mich schon von Anbeginn meiner Suche. Geradezu natürlich stellten sich diese Fragen in meinem privaten Umfeld. Wie kann es dazu kommen, dass jemand aus dem tiefsten Osten Deutschlands, der fast schon antichristlich bzw. antireligiös sozialisiert wird, sich dazu “entscheidet” Christ zu werden? Welchem Geschichtenerzähler ist der aufgesessen? Welchen Lügenmärchen schenkt der da Glauben? Als bete ich zu Rapunzel, einer jahrhundertealten Gestalt aus einem dicken Buch, einer großen Mythensammlung. Und nicht nur glaubt er, nein, er geht auch hin und studiert Theologie. Und in meinem Ohr hallt noch immer das “… wenn er doch wenigstens glauben würde…” – ein Gesprächsfragment zwischen meinem Großvater und meiner Mutter. Doch auch sie haben ihre Glaubensstrukturen, wenn sie auch nicht auf den Einen hinauslaufen. Doch dazu unten mehr.

Als Christ wird man in meiner Heimatregion bald schon als geisteskrank angesehen. Irgendwas kann mit dem nicht stimmen, wenn nicht gar gänzlich unzurechnungsfähig. Als ich während des Studiums noch einmal mein altes Gymnasium betrat rief mir sogleich meine alte Geschichtslehrerin entgegen, ob ich denn nun gekommen wär hier alle zu taufen. Die Erfahrungen führten mich auf meinem Weg im Glauben dazu, dass ich mir bei meiner Erwachsenentaufe bewusst einen Taufnamen gesucht habe. Ich wollte deutlich machen, dass hier etwas Neues beginnt. Nach Überlegen fiel die Entscheidung auf Elijah und dies nicht zuletzt aufgrund seiner Erlebnisse mit den Baalspriestern (1. Kön 18, 21-39).

Und hier schließt sich der Kreis zur Losung. Denn ähnlich der Baalspriester haben auch viele, die meinen Gott verlachen und ihm seine Existenz absprechen, ihre eigenen Götter. Ob das nun König Fußball (man spricht gar vom “Fußballgott”), der Staat, das Geld, Idole (=Götzen), ein Glücksbringer oder Talisman, die heilende Kraft von Gegenständen (denke da grad an den Blasiussegen von gestern) oder die eigene Person (“ich glaube nur an mich”) sind spielt dabei keine Rolle. Fußballvereine werden verehrt, Devotionalien gehandelt. Geld wird zum Erlöser und Retter in tiefster Not, die eigene Person selbst ist im Stande jede Widrigkeit zu umschiffen…

Doch wo sind all diese Götter wenn es darauf ankommt? Wenn der Verein verliert, die Geldquellen versiegen, man selbst versagt? Wo sind sie, wenn ihre Kräfte ausbleiben? Lass sie aufstehen, fordert Jeremia. Wo sind sie in deiner Not? Können sie dir helfen? Die Antwort liegt auf der Hand…

Der Lehrtext sagt:

Wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns den Sinn dafür gegeben hat, dass wir den Wahrhaftigen erkennen. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

- 1.Johannes 5,20

Und verrät uns damit den Ausweg aus unserem Problem von oben. Dieser, der Sohn Gottes, Jesus Christus, ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben, wer ihn sucht, der wird gefunden und rennt nicht ins Leere. Dieser Gott ist auferstanden und kann dir helfen in deiner Not. Und in diesen Punkten ist er den Göttern der Masse voraus. Bequem ist der Anfang nicht. Matthäus sagt (Mt 7,14): “Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.” Wer sich jedoch wagt ihn zu gehen, wird nicht enttäuscht werden. Vor einem zweiten Schritt muss jedoch der erste getan werden.

Einen guten Mittwoch wünscht,

+ theologisch

2. Februar 2010

Lichtmess bis an seine protestantischen Grenzen

Nicht zu vergessen ist, dass am heutige Tage Mariä Lichtmess oder auch Darstellung des Herrn gefeiert wird. Dieser Brauch ist, wenn auch in protestantischen Regionen, wie der meinen, recht unbekannt, schon sehr alt und ist bis ins 4. Jahrhundert belegt. Es wird traditionell am 40. Tag nach Weihnachten gefeiert. Das geht darauf zurück, dass jüdische Frauen nach der Geburt eines Sohnes für 40 Tage als unrein gelten (Lev. 12). Außerdem gilt das Erstgeborene seit der Zeit als die Israeliten aus Ägypten flohen als gottgeweiht und muss im Jerusalemer Tempel durch Geld- oder Tieropfer ausgelöst werden. Lukas berichtet, dass genau das mit Jesus der Sitte nach geschah (Lk. 2,22-24). Vielen ist sicherlich in diesem Zusammenhang das “Nunc dimittis” bekannt, welches Simeon spricht, als er Jesus sieht und als Erlöser erkennt:

Herr, nun lässest du deinen Diener im Friede fahren,
wie du gesagt hast;
Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,
welchen du bereitet hast vor allen Völkern,
ein Licht, zu erleuchten die Heiden,
und zum Preis deines Volks Israel.

Seit dem 5. Jahrhundert gibt es diesem Ereignis zu Ehren eine Lichterprozession und auch heute stehen, vornehmlich im katholischen Raum, Lichter und Kerzen im Mittelpunkt dieser Feierlichkeit.

Über Glaube und Aberglaube lässt sich hinsichtlich Kerzenweihe und Blasiussegen freilich streiten. Aus protestantischer Sicht scheint es gar gotteslästerlich davon auszugehen mit den geweihten Kerzen Unheil abwenden zu können oder durch die Fürbitte des Hl. Blasius vor “Halskrankheit und allem Bösen” bewahrt werden zu können. Solus Christus steht dieser Annahme klar im Weg. Doch dauert der Konflikt über diese und ähnliche Themen ja nun bald schon 500 Jahre zwischen Lutheraner und Altgläubigen.

2. Februar 2010

Sag niemals “nie!”

- Gedanken zur Tageslosung (Sacharja 12,10 & Johannes 19,14-15)

Sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben. (Sacharja 12,10)

Eine Prophezeiung aus dem Alten Testament ist heute so freundlich sich für uns als Losung darzustellen. Gemünzt ist sie selbstverständlich auf Jesus Christus, auf den die Welt da schauen wird. Allen dürfte sich dabei selbst erschließen, worauf das “durchbohrt” zielt. Soviel zum Text. Der dazugehörige Lehrtext zeigt uns etwas interessantes. So heißt es da bei Johannes:

Pilatus spricht: Seht, das ist euer König! Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! (Johannes 19,14-15)

Was kann man aus diesem Text mitnehmen in den Tag? Sie werden auf ihn schauen, auf den, der ihnen als König verkündet war, doch den sie haben kreuzigen lassen… Ein Sprichwort sagt: “Sag niemals nie!” und das könnte doch auch gut und gern über den heutigen beiden Texten als Überschrift stehen. Sag niemals nie. Den, den du heute noch kreuzigen willst, auf den kannst du morgen schon aufsehen. Auch lehrt uns der Text, dass wir uns vor voreiligen Schlüssen oder Verurteilungen vorsehen sollen und, dass jede Medaille zwei Seiten hat. Den während manche in Jesus den Aufrührer und Störenfried, war er für andere bereits Lehrmeister und Freund geworden. Und so hat auch bei uns heute vieles zwei Seiten. Manchmal ist uns der Blick auf die andere Seite verstellt und wir lassen Äußerungen über ihre etwaige Nichtexistenz zu. Das kann unseren Blick noch weiter verstellen. Ich denke da insbesondere an die immer wieder aufflammende Debatte um einen “neuen Atheismus”. Was uns Jesus zu sagen hat ist unglaublich und das vielleicht im wahrsten Sinne dieses Wortes. Das sollte uns aber nie davon abhalten den zweiten Schritt zu gehen. Denn den ersten ist er schon gegangen, für dich, für mich, für uns, vor 2000 Jahren, heute, jeden Tag. Wer die Fragen nicht stellt, wird die Antwort nicht finden. Wer den Weg versucht zu gehen, der wird sein “nie!” vielleicht widerrufen.

An dieser Stelle ein Buchtipp: William Paul YOUNG: Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott Ein Angebot für jeden seine starren Denkmuster zu durchbrechen und seinen verstellten Blick auf den Einen verändern zu lassen. 17 Euro, die sich lohnen. Verleihe auch gern meine Ausgabe.

Eine gute Woche,

+ theologisch