- Gedanken zur Tageslosung (Jeremia 2,28 & 1. Johannes 2,20)
Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast?
Lass sie aufstehen;
lass sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not!
- Jeremia 2,28
“Gott gibt es nicht, sonst hätte ich schon was von ihm gemerkt. Ich glaube nur an das, was ich sehen kann und an mich selbst. Was ihr Wunder nennt – Zufall.” Wie oft hab ich das nun schon gehört. Wenn man mit Leuten ins Gespräch kommt, passiert es in regelmäßigen Abständen, dass ich sowas oder sowas ähnliches gesagt bekomme. Ich kann mittlerweile müde darüber lächeln, denn eigentlich tun mir Leute die diese Art Aussage treffen nur leid, erzählen doch meine eigenen Erfahrungen ihre eigene Geschichte. Und auch kenne ich genug andere Leute, die meine oder ähnliche Erfahrungen teilen. Man muss sich ja schon fast entschuldigen dafür Christ zu sein. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema beschäftigt mich schon von Anbeginn meiner Suche. Geradezu natürlich stellten sich diese Fragen in meinem privaten Umfeld. Wie kann es dazu kommen, dass jemand aus dem tiefsten Osten Deutschlands, der fast schon antichristlich bzw. antireligiös sozialisiert wird, sich dazu “entscheidet” Christ zu werden? Welchem Geschichtenerzähler ist der aufgesessen? Welchen Lügenmärchen schenkt der da Glauben? Als bete ich zu Rapunzel, einer jahrhundertealten Gestalt aus einem dicken Buch, einer großen Mythensammlung. Und nicht nur glaubt er, nein, er geht auch hin und studiert Theologie. Und in meinem Ohr hallt noch immer das “… wenn er doch wenigstens glauben würde…” – ein Gesprächsfragment zwischen meinem Großvater und meiner Mutter. Doch auch sie haben ihre Glaubensstrukturen, wenn sie auch nicht auf den Einen hinauslaufen. Doch dazu unten mehr.
Als Christ wird man in meiner Heimatregion bald schon als geisteskrank angesehen. Irgendwas kann mit dem nicht stimmen, wenn nicht gar gänzlich unzurechnungsfähig. Als ich während des Studiums noch einmal mein altes Gymnasium betrat rief mir sogleich meine alte Geschichtslehrerin entgegen, ob ich denn nun gekommen wär hier alle zu taufen. Die Erfahrungen führten mich auf meinem Weg im Glauben dazu, dass ich mir bei meiner Erwachsenentaufe bewusst einen Taufnamen gesucht habe. Ich wollte deutlich machen, dass hier etwas Neues beginnt. Nach Überlegen fiel die Entscheidung auf Elijah und dies nicht zuletzt aufgrund seiner Erlebnisse mit den Baalspriestern (1. Kön 18, 21-39).
Und hier schließt sich der Kreis zur Losung. Denn ähnlich der Baalspriester haben auch viele, die meinen Gott verlachen und ihm seine Existenz absprechen, ihre eigenen Götter. Ob das nun König Fußball (man spricht gar vom “Fußballgott”), der Staat, das Geld, Idole (=Götzen), ein Glücksbringer oder Talisman, die heilende Kraft von Gegenständen (denke da grad an den Blasiussegen von gestern) oder die eigene Person (“ich glaube nur an mich”) sind spielt dabei keine Rolle. Fußballvereine werden verehrt, Devotionalien gehandelt. Geld wird zum Erlöser und Retter in tiefster Not, die eigene Person selbst ist im Stande jede Widrigkeit zu umschiffen…
Doch wo sind all diese Götter wenn es darauf ankommt? Wenn der Verein verliert, die Geldquellen versiegen, man selbst versagt? Wo sind sie, wenn ihre Kräfte ausbleiben? Lass sie aufstehen, fordert Jeremia. Wo sind sie in deiner Not? Können sie dir helfen? Die Antwort liegt auf der Hand…
Der Lehrtext sagt:
Wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns den Sinn dafür gegeben hat, dass wir den Wahrhaftigen erkennen. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
- 1.Johannes 5,20
Und verrät uns damit den Ausweg aus unserem Problem von oben. Dieser, der Sohn Gottes, Jesus Christus, ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben, wer ihn sucht, der wird gefunden und rennt nicht ins Leere. Dieser Gott ist auferstanden und kann dir helfen in deiner Not. Und in diesen Punkten ist er den Göttern der Masse voraus. Bequem ist der Anfang nicht. Matthäus sagt (Mt 7,14): “Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.” Wer sich jedoch wagt ihn zu gehen, wird nicht enttäuscht werden. Vor einem zweiten Schritt muss jedoch der erste getan werden.
Einen guten Mittwoch wünscht,
+ theologisch